Montag, 15. September 2014

HUNDELIEBE | Wenn ein Welpe ins Haus kommt …

Süß sind sie! So klein, drollig und tapsig, die kleinen Welpen.
Hach - man möchte sie gleich mitnehmen und knuddeln.
Aber man steckt auch sehr viel Arbeit, Zeit und Geld in sie. Das muss man ganz klar wissen, wenn man mit dem Gedanken spielt, sich einen jungen Hund ins Haus zu holen.



Bei uns ist es nun fast genau 5 Jahre her, dass Lilly ins Haus kam. Und ich wusste damals gar nicht, worauf ich mich da einlasse. Klar, ein Hund macht viel Arbeit, kostet Zeit und Geld – das wusste ich schon, aber wieviel denn nun wirklich … das sagt einem keiner so ganz genau.
Ich möchte euch an meinen Erfahrungen und Erlebnissen mit Lilly gerne teilhaben lassen und euch berichten, was ich richtig und wichtig finde.
Als wir uns für einen jungen Hund entschieden haben, war ich bereit, die volle Verantwortung für dieses kleine Wesen zu übernehmen. Wie bei einem Kind. Denn nichts anderes hat ein Hund verdient. Aber ich war auch völlig unerfahren und hätte einiges besser wissen und machen können. Auch das werde ich euch erzählen.
Wir haben uns bewusst für einen Malteser entschieden. Und es sollte ein Weibchen sein. Ich will hier jetzt keine Rassemerkmale oder besonderen Eigenschaften aufzählen, aber da sollte man sich vorher schon mit beschäftigen. Denn ist gibt Einzelgänger und Familienhunde, Hütehunde und Schutzhunde. Manche haben einen ständigen Fellwechsel und andere verlieren nur ganz wenig. Dickköpfige und Lerneifrige, und, und, und…
In meinem Post "Und dann kam Lilly" hatte ich ja schon einmal kurz beschrieben, wie schnell wir uns für Lilly entschieden hatten. Ich hatte eine Anzeige von Privat im Web gesehen und die Dame kontaktiert. Zwei Tage später sind wir hingefahren.

1)    Schau dir alles gut an!
Ich finde es nicht schlimm, einen Welpen von jemandem zu kaufen, der kein Züchter ist. Aber: Schau dir die Welpen gut an! Schau dir das Muttertier und ggf. auch den Vater (falls vor Ort) an. Und schau dir an, wo und wie die Welpen aufgewachsen sind. Machen die Tiere einen gesunden und vitalen Eindruck, sind sie rege und interessiert, wird ihre Umgebung ihnen gerecht und ist alles sauber?
Genauso wichtig: Schau dir den Verkäufer/ die Verkäuferin an. Machen sie einen seriösen Eindruck? Sind sie offen und bereit, dir alles zu zeigen und Auskunft zu geben?
Warum ist das so wichtig: Weil es immer noch viel zu viele „Wühltisch-Welpen“ gibt. Tiere, die unter schlimmen Bedingungen gezüchtet werden um schnelles Geld zu machen. Solchen Menschen sind die Tiere vollkommen egal. Gesundheit, Wohlergehen, Erziehung interessiert die alles nicht. Aber dich! Hast du bei allem ein gutes Gefühl und einen guten Eindruck, dann kannst du dich weiter entscheiden.
Wir hätten an diesem Punkt schon einiges besser machen können. Die Welpen waren in einem guten Zustand, das Muttertier sah leider sehr mitgenommen und verwahrlost aus. Die Verkäuferin war sehr merkwürdig und hat uns mit den Tieren vor dem Haus in einem eingezäunten Vorbereich empfangen. Da tobten die Welpen (es waren nur noch zwei übrig) zwischen hingestellten Tellern (dienten als Futternäpfe), einer abgedeckten und ausrangierten Waschmaschine und Besen rum. Die Wohnung selbst, Körbchen, etc. haben wir gar nicht gesehen. Wir haben auch nicht danach gefragt...

2)    Fragen, fragen, fragen!
  •  Wie alt ist der Welpe? Er sollte min. 9 Monate bei der Mutter bleiben. Das ist wichtig für seine Entwicklung und sein Sozialverhalten.
  •  Welche Impfungen hat er bekommen und wann steht die nächste an? Wurde er entwurmt? Ist er gechipt? Hat er Krankheiten? Ist der Welpe in einem verantwortungsvollen Umfeld aufgewachsen, wird er bereits seine ersten Impfungen haben, entwurmt sein und einen eigenen Pass besitzen, in dem alle wichtigen Dinge eingetragen sind. Den Pass unbedingt mitnehmen!
  • Welches Futter hat er bekommen und auf welche Fütterungszeiten ist der Hund eingestellt? Bitte darum, etwas von dem Futter mitzubekommen. Der kleine Welpe sollte erst einmal so viel wie gewohnt bekommen. Später kannst du behutsam Futter wechseln und Fütterungszeiten ändern.
  •  Gibt es Spielzeug, eine Decke oder bereits eine Leine, die du mitnehmen kannst? Es ist wichtig, dass der Welpe den Geruch seiner Kindheit noch ein wenig mit zu dir nach Hause nimmt, damit er sich nicht gleich ganz verlassen fühlt. Ich habe eine kleine Decke mitgebracht und damit Lillys Mama abgerubbelt. So hatte sie in der ersten Zeit den Geruch ihrer Mama noch in ihrem Körbchen. Wenn du eine neue Leine oder ein Geschirr kaufst, dann investiere zu Anfang nicht so viel Geld. Ein Welpe muss sich erst noch daran gewöhnen und ist noch sehr verspielt. Da wird auch gerne auf allem rumgekaut, was einem in die Quere kommt oder noch ungewohnt ist.
  • Was kann der Welpe schon? 
    • Ist er bereits stubendrein? (Was wunderbar wäre, aber eher unwahrscheinlich).
    • Wie reagiert er auf Autofahren? Wird ihm übel oder nimmt er es lässig? (Irgendwie muss man ja zum Tierarzt kommen.)
    • Ist er an ein Halsband gewöhnt und trägt es bereits? (Dann sind die Chancen groß, dass er es nicht gleich zerkaut, weil er es wieder loswerden möchte.)
    • Ist er Kinder gewöhnt? War er schon im Garten? Welche besonderen Erlebnisse hatte er? (Vielleicht hat er schon Bekanntschaft mit Wasser, anderen Tieren oder Hunden gemacht.) 
    • Hat der Welpe besondere Eigenschaften? Wie ist sein Wesen? Ist er eher ruhig oder rege? Immer der Erste am Futternapf oder eher ein Nesthäkchen? Schmusig, verspielt oder ein Raufbold? Je mehr du über den Hund erfährst, umso besser kannst du dich auf ihn und seine Bedürfnisse einstellen.
    • Ist er an laute Geräusche wie z. B. Staubsauger gewöhnt? Es macht Unterschiede, ob die Tiere im Keller, Schuppen oder in der Wohnung aufgewachsen sind.
Auch hier hätten wir wieder so Einiges besser machen können! Wir haben Lilly mit 9 Monaten übernommen. Ihre Erstvorsorge beim Tierarzt hatte sich nur auf das Nötigste beschränkt und das Futter war von einer mittelprächtigen Marke, immerhin Welpenfutter. Futterzeiten gab es gar nicht, da stand immer ein gefüllter Napf zu freien Verfügung bereit. Spielzeug, Leine, Decke - Fehlanzeige. Zum Glück hatten wir selbst etwas mitgebracht. Und was den letzten o.g. Punkt angeht, wussten wir nicht mehr, als wir in einer Stunde mit den Welpen erlebt hatten. Wir hatten auch hier nicht weiter gefragt...

3)    Welcher Welpe kommt mit nach Hause?
Lass dir Zeit! Das Tier wird dich ganz viele Jahre begleiten und sollte zu dir passen. Sein Verhalten kannst du zwar ändern, aber nicht sein Wesen. Auch solltest du dir vorher überlegt haben, ob es ein Männchen oder Weibchen sein soll. Lilly hat sich übrigens für uns entschieden. Ihre Schwester war eher schüchtern und ruhig, Lilly der wilde Raufbold mit der großen Klappe. Die Schwester war größer und hatte einen Knick im Ohr. Dafür schielte Lilly ganz leicht auf dem linken Auge und war kleiner. Beide waren so reizend, dass ich mich nach über einer Stunde immer noch nicht entscheiden konnte. Ich habe dann eine Hand in die Mitte gelegt und abgewartet, was passiert. Beide Welpen kamen und schnüffelten, aber nur Lilly hat mir ein „kleines Küsschen“ gegeben (soll heißen, sie hat kurz an meiner Hand geleckt). Ich habe daraus geschlossen, dass sie uns auch mochte und daher durfte sie mit. Gute Entscheidung! :-)


Ich merke gerade, wie es mir richtig Spaß macht, euch davon zu berichten. Und da gibt es noch sooooooooo viel zu berichten und zu erzählen, was wir alles mit der Lilly erlebt haben. Daher habe ich mich entschieden, dieses Thema in mehrere Posts zu unterteilen. Ich hoffe, es gefällt euch und ihr bleibt dabei.

Und ich schreibe immer von "wir" und "mir". Das kommt daher, dass wir (also mein Schatz und ich) uns zusammen entschieden haben, aber ich quasi die Aufgabe des "erziehungsberechtigten, steuer zahlenden, offiziell eingetragenen Hundehalters" habe...:-)

Beim nächsten Post berichte ich euch, wie es war, als Lilly dann nun wirklich „ins Haus“  kam.

Ganz liebe Grüße,
Rahel

Ach, noch eine kleine Anmerkung:
Ich kann nur von usneren eigenen Erlebnissen und Erfahrungen mit unserem Hund berichten. Von dem, was ich als wichtig und richtig bei der Hundehaltung finde. Ich bin keine Hundeexpertin, sondern nur eine Hundehalterin. Wir lieben unseren Hund und möchten, dass es Lilly gut geht. Artgerecht und natürlich.
Wenn du hier ein paar nützliche Tipps gefunden hast, dann freut mich das sehr. Aber dazu empfehle ich auf jeden Fall noch das Lesen entsprechender Literatur oder weitere Internetrecherchen. Auch Gespräche mit anderen Hundehaltern, Züchtern, etc.  sind sehr nützlich. Das haben wir auch getan.

Kommentare:

  1. Nein!!!! Ist das süß!!!!!!
    Irgendwann (!!!) habe ich auch einen Hund!!! :-) Ganz ganz sicher ...
    Als Jugendlich hatte ich einen Golden Retriever und er hat mir sozusagen meine Jugend und die Pubertät "gerettet"! Es war purer Blasam für die Seele ... natürlich auch viel Arbeit aber daran habe ich nie so gedacht. Es war einfach nur wunderschön...
    Ich finde es klasse, dass Du so ehrlich, herzvoll und nüchtern darüber schreibst!

    Ganz liebe Grüße, Olga.

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Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst und mir ein liebes Wort oder einen schönen Kommentar da läßt. Darüber freue ich mich sehr!

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