INTERIOR | Ein neues-altes Schlafsofa für unser Gästezimmer

Gerade einmal zwei Monate ist es her, da habe ich euch von den Neuheiten in unserem Gästezimmer berichtet. Ein paar Tage danach besuchte mich meine Mama. Und während wir beim Kaffeetrinken über dies und jenes plauderten, erzählte sie mir, dass ihr neues Sofa am kommenden Tag geliefert werden würde.


Hallo? Wie jetzt? Neues Sofa? Und was ist mit den Alten? Das waren so die Gedanken, die mir in dem Moment durch den Kopf schossen. Dazu muss man wissen, dass meine Mama zwei wunderschöne weiße Ikea Sofas in ihrem Wohnzimmer stehen hat, bzw. hatte. Ein großes Dreisitzer Schlafsofa und ein etwas kleineres Zweisitzer.




Kennt ihr das, wenn eure Eltern Einrichtung oder Gegenstände an Leute in der Nachbarschaft oder Bekanntschaft weitergeben und man selbst sich auch darüber gefreut hätte? Dabei geht es gar nicht um wertvolle Erbstücke, sondern die alte Salatschüssel aus der Kindheit oder den Sessel von Opa oder andere Dinge, mit denen ihr persönliche Erlebnisse verbindet, von denen eure Eltern möglicherweise gar nichts ahnen. Ich will es kurz machen, aber nach einer kleinen Diskussion, wieso und warum, bot meine Mama mir an, dass ich die Sofas gerne haben könnte, denn sonst würden sie "verschrottet" werden. WAS? Ich will darauf gar nicht näher eingehen, nur konnte sich meine Mama überhaupt nicht vorstellen, dass weiße Sofas mit sichtbaren Gebrauchsspuren überhaupt noch jemand haben möchte. Das hört sich jetzt versnobt an, so ist es aber gar nicht gemeint. Sie konnte es sich wirklich nicht vorstellen.



Auf jeden Fall sah ich mich von jetzt auf gleich vor der Aufgabe, innerhalb von 12 Stunden zwei Ikea Sofas abzuholen und in meiner Wohnung aufzustellen. Wie das, ohne Transporter, ohne selber zu tragen und überhaupt, wohin damit? Leider konnte ich nur das große Schlafsofa auf den letzten Drücker retten, weil ich mich entschieden habe, es in unserem Gästezimmer aufzustellen.




Gästezimmer? Hat sie da nicht ein Bett stehen? Genau! Das war ja auch noch die Schwierigkeit! Aber nach einigem Überlegen hatte ich dann die Lösung. Ich habe bei einem Sozialkaufhaus in der Nähe (in Soest) angerufen. Ich wusste, dass die auch Wohnungsauflösungen machen und dementsprechend natürlich auch Transporter haben. Sie haben dann das Sofa bei meiner Mama (in Unna) abgebaut, es zu mir (nach Geseke) gebracht und hier wieder aufgebaut. Im Gegenzug haben sie von mir das Bett - und noch ein paar andere Dinge - als Sachspende wieder mitgenommen. So war das Problem für mich gelöst! Ich hatte keine Aufwände, aber Platz und Sofa dort, wo ich es gerne haben wollte!




Selbstverständlich ging das nicht von jetzt auf gleich, weil es wirklich zu kurzfristig war. Aber da meine Mama zum Glück die Möglichkeit hatte, das Sofa noch für drei Wochen an die Seite zu stellen, war die Abholung durch das Sozialkaufhaus möglich. Und natürlich wurde mir der Aufwand vom Sozialkaufhaus in Rechnung gestellt, aber der Betrag war absolut angemessen, die Leistung der Mitarbeiter sauber und schnell und ich hatte noch das Gefühl, etwas Gutes unterstützt zu haben. Eine Win-Win-Situation!


Jetzt steht das gute Stück frisch gewaschen und neu dekoriert bei uns im Gäste-/Arbeitszimmer. Alle sind glücklich und zufrieden. Und ich freue mich wie ein Schnitzel, denn genau so sollte es immer sein. Ein weißes Sofa, wollte ich schon immer, Platz für Gäste auch und das alte Bett war sowieso immer schon irgendwie eine Notlösung. Nun passt alles, und wo ich manche Flecken aus dem Sofa nicht rausbekommen  habe (wie hat Mama die pinke Farbe in den Bezug bekommen?), kaschieren Felle und Kissen sehr gut. Ich bin mit dem Ergebnis auf jeden Fall rund um zufrieden. Und dankbar. Und freue mich, sagte ich das schon?